Postkoloniale Perspektiven auf weltwärts – wenn deutsche Freiwillige die Welt erkunden

Zwischen Schulabschluss und Studium ins Ausland? Für viele junge Menschen der deutschen Mittelschicht heutzutage selbstverständlich. Neben den beliebten Reisezielen Neuseeland und Australien gewinnen die Länder des Globalen Südens an Beliebtheit. Dazu beigetragen hat mit Sicherheit auch das 2008 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit ins Leben gerufene weltwärts-Programm. Junge Menschen im Alter zwischen 18 und 28 Jahren bekommen die Möglichkeit, einen sechsmonatigen bis zweijährigen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst in einem Land des Globalen Südens zu absolvieren. Auslandsaufenthalt und soziales Engagement können verbunden werden. So sollen interkulturelle Erfahrungen ermöglicht und Vorurteile abgebaut werden. Mit Blick auf die Kolonialgeschichte Europas müssen Programme dieser Art kritisch beleuchtet werden. Bei genauem Hinsehen wird erkennbar, dass weltwärts ehemals kolonialen Mustern folgt und in der alten Entwicklungslogik verhaftet bleibt. Im Folgenden soll die Struktur des Förderprogramms von dem Hintergrund dieser kolonialen Vergangenheit und postkolonialer Perspektive kritisch analysiert werden.

Kolonialismus ist […] ein Zusammenspiel zwischen physischer Herrschaft und Gewalt, Kontrolle über Ressourcen, Raum und Materialität, sowie hegemonialen europäischen Diskursen, die auf das Bewusstsein der Kolonialisierenden und Kolonialisierten wirken.“ (glokal 2013b: 12)

Hierarchische Begegnungen vorprogrammiert

Innerhalb eines verpflichtenden zwölftägigen Vorbereitungsseminars werden die Freiwilligen mit Themen wie interkulturelles Lernen, interkulturelle Kommunikation, Konfliktmanagement, Projektmanagement und Länderkunde konfrontiert. Auch Rassismus und Kolonialismus sollen fester Bestandteil sein, weltwärts möchte für einen vorurteilsfreien Umgang mit anderen Kulturen sensibilisieren. Kontzi gibt zu bedenken, inwiefern eine seminarleitende Person in nur wenigen Stunden die kolonialen Wurzeln und rassistischen Verstrickungen der Entwicklungszusammenarbeit und die Reflektion der eigenen Position deutlich machen könne. Die Freiwilligen befinden sich an ihrem Einsatzort in einem ungewohnten Umfeld und machen womöglich auch unangenehme Erfahrungen. Sie berichten in ihren Blogs oder Erfahrungsberichten darüber, dass sie beklaut wurden, oft mehr zahlen müssen als üblich oder nach Geld gefragt werden. Das wird als ungerecht empfunden und beruhe auf der fälschlichen Einstufung wohlhabend zu sein, wo man doch im eigenen Land alles andere als reich sei! Von Diskriminierungserfahrungen wird berichtet, man wisse jetzt, wie es sich anfühlt rassistisch diskriminiert zu werden. Damit begibt sich der /die Freiwillige in die Rolle des Opfers und stellt die eigenen Erfahrungen auf die gleiche Ebene wie die von Menschen aus Ländern des Globalen Südens, die strukturell benachteiligt werden. Der Verein glokal e.V.1 unterscheidet hierbei zwischen „situationsbedingter Benachteiligung“ auf der einen und „struktureller Diskriminierung und Rassismus“ auf der anderen Seite (glokal 2013a: 41). Strukturelle Macht aufgrund des eigenen Weißseins und/oder der Westlichen Herkunft ist oftmals nicht sichtbar. Die situative Macht einer Person, die klaut oder einen höheren Preis verlangt, ist dagegen greifbarer. (Dabei kann sie im Übrigen als Form des Protests oder als eine Rebellion gegen die strukturelle Machtposition verstanden werden). Negative Erfahrungen, die Weiße und/oder Westlich sozialisierte Personen machen, können nicht mit Erfahrungen rassistischer Diskriminierung verglichen werden.

Denn Weiße können zwar auf einer individuellen Ebene benachteiligt werden, behalten aber auf gesellschaftlicher und institutioneller Ebene ihre Privilegien. Eine Gleichsetzung leugnet bzw. bagatellisiert die strukturellen Auswirkungen, die Rassismus auf Schwarze und People of Color in allen Lebensbereichen hat.“ (glokal 2013a:41)

Strukturell privilegiert sind die Freiwilligen in vielerlei Hinsicht: Durch ein Versicherungspaket, welches in der Förderung inbegriffen ist und eine Auslandskrankenversicherung, eine Rücktransportversicherung, eine Unfallversicherung und eine Haftpflichtversicherung umfasst. Ebenso durch die 100 Euro Taschengeld, die monatlich auf den Konten der Freiwilligen landen. Nicht zuletzt durch einen europäischen Reisepass, mit welchem eine Einreise nahezu ohne größere Visaprobleme in fast allen Ländern der Welt möglich ist. Das alles führt zu hierarchischen Begegnungen, die zunächst nicht sichtbar sind und nicht bewusst wahrgenommen werden. Natürlich ist es keine schöne Erfahrung, beklaut zu werden oder ständig mehr zahlen zu müssen. Es wäre dennoch ein Anfang, es nicht übermäßig in den Vordergrund zu stellen, sondern einfach mal als eine Form des Protests hinzunehmen. Wenn Freiwillige sich ihrer Privilegien bewusst werden, so ist auch das ein Schritt in die richtige Richtung. Es ist dennoch notwendig auch zu hinterfragen, warum sie diese Privilegien haben. Es muss bewusst sein, dass dies alles mit der kolonialen Vergangenheit zusammenhängt. Frantz Fanon bringt es auf den Punkt:

Der Reichtum der imperialistischen Länder ist auch unser Reichtum. Europa hat sich an dem Gold und den Rohstoffen der Kolonialländer unmäßig bereichert…Dieses Europa ist buchstäblich das Werk der Dritten Welt.“ (Fanon 1981: 83)

Durch das Nichtwahrnehmen der ungleichen Machtverhältnisse, der strukturellen Privilegierung, der Zusammenhänge zur Kolonialgeschichte, richten die Freiwilligen Schaden an. Sie verhalten sich unangebracht und unsensibel und reproduzieren somit koloniale Herrschaftsstrukturen. Dies steht dem Leitbild von weltwärts, zur Völkerverständigung beizutragen und Vorurteile zu überwinden, ganz klar entgegen.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Auswahl der Einsatzstellen. Der entwicklungspolitische Dienst versteht sich als Lerndienst, spezielles Fachwissen oder sonstige Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Hingegen sind persönliche Eigenschaften wie Teamfähigkeit, Offenheit und Lernbereitschaft gefragt, Interesse an anderen Kulturen und die Bereitschaft in dieser „Welt etwas zu bewegen“ werden erwartet. Vor Ort arbeiten die Freiwilligen in Bereichen wie Landwirtschaft und Umwelt, Menschenrechte und Frieden oder Kinder- und Jugendarbeit. Die meisten Einsatzstellen betreffen allerdings den Bildungsbereich. So kommt es vor, dass Freiwillige ganze Klassen übernehmen und diese in Mathe, Deutsch oder Englisch unterrichten. Andere übernehmen verantwortungsvolle Aufgaben in Institutionen. Ohne Ausbildung oder sonstiger Fachkenntnisse und oft lediglich mit Grundlagen der Landessprache ausgestattet, werden Abiturient_innen aus Deutschland in Länder geschickt, in welchem sie Aufgaben übernehmen, die eigentlich einer weitaus höheren Qualifikation bedürfen. Nicht nur hier werden Machtverhältnisse und Hierarchien reproduziert. Das stereotype Bild des Westlichen „Wissensbringers“ aus Europa wird aufrechterhalten und gilt scheinbar auch für junge unerfahrenen Abiturient_innen, die keinerlei Qualifikationen vorzeigen können. Die weltwärts-Freiwilligen fungieren als wohlhabende Lehrer_innen, die in Länder des Globalen Südens reisen um dort zu „helfen“. Dies entspricht exakt der kolonialen Logik der „ungebildeten“ und „unterentwickelten“ Gesellschaft des Globalen Südens, die der „entwickelten“ und „gebildeten“ Gesellschaft des Globalen Nordens gegenübergestellt und hierarchisch untergeordnet ist.

Die Macht der Freiwilligen

Die Entscheidungsmacht „weltwärts zu gehen“ liegt bei den Freiwilligen. Sie können sich nicht nur für eine Entsendeorganisation, ein Wunschland und in manchen Fällen auch für ein bestimmtes Projekt entscheiden, sie haben auch die Macht, über ihren Freiwilligendienst zu berichten, zu beurteilen und zu bewerten. Weltwärts bietet hierbei eine Plattform, regelmäßige Erfahrungsberichte sind nämlich Pflicht. Viele Freiwillige richten aber auch selbst einen Blog ein, indem sie regelmäßig über ihren Aufenthalt schreiben. Freiwillige gehen an Schulen und halten Vorträge oder werden vom Gemeindeblatt interviewt. Sie werden gehört, ihre Worte ernst genommen. Bei all diesen Berichten wird das Eigene zum Maßstab für das Andere. Glokal bezeichnet dies als die „eigene Überlegenheit“.

Die Erzählenden sind die Handelnden, die Anderen sind die Objekte der Beobachtung.“ (glokal 2013a: 42).

Aufgrund der Kolonialgeschichte wird die eigene Person (Weiß und/oder Westlich sozialisiert) aufgewertet und positiver dargestellt und empfunden als die Anderen. Das eigene Überlegenheitsgefühl stellt eine Berechtigung dar, Dinge verbessern zu wollen und anderen zu „helfen“. Glokal spricht von einer Haltung, die an die koloniale Strategie anknüpft, Herrschaft, Kontrolle und das Eingreifen durch den Verweis darauf zu legitimieren, dass sie den kolonisierten Gesellschaften zugutekomme. Beliebte Themen sind hierbei immer wieder Umweltschutz oder Gleichberechtigung. Diese werden von Freiwilligen oft kritisiert und abwertend beurteilt.

Wir denken, wir wüssten, wie die Dinge laufen sollen, ohne uns dabei zu fragen, ob die Menschen, denen wir begegnen vielleicht ihre Gründe haben, anders zu handeln als wir es für richtig halten.“ (glokal 2013a: 43)

In der kritischen Weißseinsforschung ist vom „Weißen Blick“ die Rede. Dieser beschreibt einen rassialisierenden Blick, welcher von Weißen ausgeht und dessen Objekt Schwarze Menschen sind. Durch ein auch hier existierendes ungleiches Machtverhältnis zwischen Betrachter_in und Betrachteter_m wird wieder das Eigene zum Maßstab für das Andere. Die Bewertung – der Weiße Blick- bleibt unsichtbar und bildet das normative Zentrum, von welchem der_die Betrachter_in die betrachteten „Objekte“ bewertet, klassifiziert und universalisiert. Die kritische Weißseinsforschung benennt den Standort der Betrachtung und macht somit auf die kolonialhistorische Entstehung der Weißen Subjektivität aufmerksam.

Wer profitiert hier eigentlich von wem?

Für viele junge Menschen aus Deutschland stellt das weltwärts-Programm eine tolle Möglichkeit dar, ein fremdes Land zu bereisen und neue Dinge zu lernen und zu erfahren. Sprachkenntnisse können verbessert, Arbeitserfahrung gesammelt und interkulturelle Kompetenzen erworben werden. Nicht zuletzt hilft ein Freiwilligendienst bei der beruflichen Orientierung oder als Entscheidungshilfe für ein Studium. Zudem wird die Bereitschaft in ein Land des Globalen Südens zu reisen um sich dort zu engagieren von der Mehrheit der Gesellschaft als sehr positiv wahrgenommen und hoch anerkannt. Für den Lebenslauf macht sich ein Freiwilligendienst mit weltwärts in einem Land des Globalen Südens allemal gut. Mit einem Abiturient_innenanteil von etwa 90 % zeigt sich, ein Auslandsaufenthalt nach dem Schulabschluss gehört bereits zum guten Ton, vor allem für höhere soziale Schichten. Das Ziel des BMZ, mit dem Förderprogramm vor allem junge Menschen aus sozial und finanziell schwächer gestellten Familien zu erreichen, wurde zudem verfehlt.

Und wie profitieren die Gastländer? Gerade in der ersten Zeit bedürfen die Freiwilligen einer intensiven Betreuung. Kontzi spricht hierbei von klassischen Care-Tätigkeiten, die die Mentor_innen und Gastfamilien vor allem zu Beginn des Aufenthaltes selbstverständlich übernehmen sollen und dies meist auch tun. Dies reiche von Kost und Logis über die Unterstützung bei Alltagsfragen, bis hin zur Begleitung bei wichtigen Terminen. Diese reproduktiven und weiblich konnotierten Tätigkeiten würden nur selten entlohnt und schlicht vorausgesetzt. Andererseits werden deutsche Betreuer_innern extra eingeflogen, diese leiten die Zwischenauswertungsseminare und werden dafür bezahlt. Laut Kontzi verbleiben die weltwärts-Gelder in deutscher Hand. Der koloniale Charakter ist also auch hier erkennbar.

Helfen“ wird von vielen Freiwilligen zudem oft so verstanden, sich über materielle bzw. monetäre Mittel zu engagieren. Sie bauen ganze Patensysteme auf, sammeln Fußballschuhe oder starten eigene Spendenkampagnen. Dies mag auf den ersten Blick als gütig und hilfsbereit anerkannt werden, stellt längerfristig und symbolisch aber eine Reproduktion von Abhängigkeitsverhältnissen dar. Pat_innen schicken regelmäßig Geld in Länder des globalen Südens, Menschen richten sich darauf ein. Fußballschuhe werden nicht im Laden vor Ort gekauft, sondern gebraucht verteilt. Durch Aktionen dieser Art wird der Westen als überlegen, als Geberland konstruiert, während die „Anderen“ als hilfsbedürftig und arm gezeichnet werden.

Freiwillige verbessern Sprachkenntnisse und Arbeitsmarktchancen, sammeln soziale Kompetenzen und erfahren für ihr soziales Engagement Anerkennung. Die Menschen der Gastländer bleiben hingegen nicht selten in Abhängigkeitsstrukturen zurück und werden als Aufwertung des Eigenen missbraucht. Wer profitiert sind die Freiwilligen.

Trotz Reverse-Programm verbleibt weltwärts in kolonialen Strukturen

Einer der Hauptkritikpunkte an weltwärts war bisher die einseitige Struktur von Nord nach Süd, welche laut Diplom-Umweltwissenschaftlerin Kristina Kontzi alte Strukturen der Entwicklungszusammenarbeit reproduziere. Nach Evaluation von weltwärts besteht seit 2013 nun auch ein Reverse-Programm. Junge Menschen aus dem globalen Süden können von nun an auch über weltwärts einen Freiwilligendienst in Deutschland leisten, die Partnerländer erlangen mehr Mitspracherecht. Somit solle der gleichberechtigte Austausch zwischen den Partnern gefördert und bestehende Partnerschaften weiter gestärkt werden. Das ist zwar ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, nichts desto trotz bleibt weltwärts der vorherrschenden Entwicklungslogik verhaftet. Demnach bewegt sich auch das Reverse-Programm nach wie vor innerhalb dieser Logik und kann nicht mit dem Nord-Süd-Programm verglichen werden.

Die Vorstellung von Weißer und/oder Westlicher Überlegenheit und der Betrachtung des Eigenen als Norm und Ziel von Entwicklung verbleibt beständig im Hintergrund von weltwärts und kann bei genauer Betrachtung entlarvt werden. Kontzi konstatiert,

die Freiwilligen müssen sich als Individuen in Machtverhältnissen bewegen, deren Fortführung sie oft ungewollt mittragen.“ (Kontzi 2011: 323)

Die Idee, die hinter weltwärts steckt, interkulturellen Austausch zu ermöglichen, Vorurteile abzubauen und sich für eine gerechtere Welt, für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen, ist eine positive. Vor dem Hintergrund dieser Analyse stellt sich allerdings die Frage, inwiefern dies in einem gleichberechtigten Rahmen, ganz ohne Reproduktion bestehender Hierarchien, Rassismen und Machtverhältnisse, überhaupt möglich ist. Ein offener und kritischer Umgang, sowie Entscheidungsmacht auf beiden Seiten muss Voraussetzung sein. Soziales Engagement kann zudem auch in Deutschland, zu Hause vor der Tür beginnen. Antirassismusarbeit ist wichtig und vor allem in Bezug auf die deutsche Kolonialgeschichte muss in Deutschland noch einiges aufgeholt und aufgearbeitet werden. Der Film Framed, bei dem unter anderem der kenianische Aktivist und Fotograf Boniface Mwangi beteiligt war, macht genau das zum Thema. Warum ein soziales Engagement im Ausland, wenn schon vor der eigenen Haustür einiges gemacht werden kann? Die Motive für ein soziales Engagement in einem Land des globalen Südens müssen schlicht hinterfragt werden.

Wenn ihr nach Afrika kommen wollt, um zu helfen, fragt mich doch erst einmal was ich möchte. Dann können wir zusammen daran arbeiten.“ (Boniface Mwangi)

L.M.

1 Glokal e.V. ist ein Berliner Verein für machtkritische Bildungsarbeit und Beratung, der seit 2006 in der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung tätig ist.

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4 Antworten zu Postkoloniale Perspektiven auf weltwärts – wenn deutsche Freiwillige die Welt erkunden

  1. Dorothea Körber schreibt:

    Guten Tag, ich würde gerne für meine Hausarbeit zum Thema „rassismuskritische Betrachtung internationaler Freiwilligendienste am Bspl. von weltwärts“ aus dem obrigen Aktikel zitieren. Wie kann ich am besten das Zitat makieren? Reicht da L.M. 2015 und dann der Link aus? Danke im Voraus!

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    • pluralblick schreibt:

      Hallo Dorothea!

      Schön zu lesen, dass dich der Blogartikel inspiriert zu zitieren!

      Da der Artikel ja nur mit Initialien geschrieben ist, kannst du ihn – würde ich sagen – in der Tat so zitieren:
      L.M., 2015, „Titel“, online: , zuletzt eingesehen am xx.xx.2016.
      (oder wie auch immer deine genaue Zitierweise sein wird – aber eben so in der Art.)

      Viel Erfolg mit deiner Hausarbeit, schöne Grüße,
      pluralblick

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  2. Pingback: 5 Jahre nach Weltwärts – ein Resumee | Ein Menschenkind wundert sich

  3. denkbeziehungen schreibt:

    Diese 90% AbiturientInnen haben vermutlich Europa noch nie verlassen (und wenn dann höchstens in ein anderes Land des Globalen Nordens) und Kolonialismus kennen sie aus den Geschichtsbüchern und aus der Art und Weise, wie dort aus eurozentristischer Perspektive über die europäische Entwicklung berichtet wird.
    Zusammengefasst wird hier erklärt, dass weltwärts postkoloniale Strukturen hat, weil es aus für Deutschland überhaupt möglich ist, ein solches Programm zu finanzieren. Dabei wird außer Acht gelassen, dass sich die Freiwilligen durch den Kontakt zum Aufnahmeland oft erst dieser postkolonialen globalen Strukturen bewusst werden! Weltwärts mag vielleicht in sich diese Strukturen nicht ganz abschaffen können ohne sich selbst abzuschaffen – aber seine Freiwilligen lernen auf eine Art und Weise über die globale Ungleichheit wie es für einen Europäer, der nie aus Europa rauskommt und nur Dokus guckt, einem simplen Reisenden, einem Kurzzeit-Freiwilligen oder einem Worker-&Traveller niemals möglich wäre. Der Aspekt, dass sich viele ehemalige Freiwillige gegen diese globalen Ungleichheiten nach ihrer Rückkehr einsetzen – und sei es „nur“ dadurch, dass sie keine in Bangladesh gefertigten Billigshirts mehr kaufen oder kein Fleisch essen, sollte nicht außer Acht gelassen werden.

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