Alltagsformen des Widerstandes

Was ist die effektivste Form des Widerstands gegen die Obrigkeit? Viele würden diese Frage mit Revolution! beantworten. Doch sind Menschen ohne ausreichend Ressourcen, ob nun materieller oder kultureller Art überhaupt in der Lage, Rebellionen oder Revolutionen erfolgreich durchzuführen? Sicherlich.

James Scott würde an dieser Stelle allerdings argumentieren, dass Revolutionen und Revolten für ressourcenlose oder -schwache Schichten der Gesellschaft, die man heute wohl Prekariat nennen würde, nicht die effektivste Form des Widerstandes ist. Er hebt in seinem Buch „Weapons of the Weak. Everyday Forms of Peasant Resistance“ (1985) die alltäglichen Formen des Widerstands hervor. Diese seien im Rahmen repressiver Staatlichkeit mit mehr Erfolg gekrönt, da sie sich im Verborgenen bewegen und so nicht von der Obrigkeit sanktioniert würden, wie es offene Formen des Widerstandes zur Folge hätten. Weiterlesen

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ETA terrorism in Spain: You cannot defeat them with haste

The Spanish terrorist organization ETA (which comes from Euskadi Ta Askatasuna – and stands for Basque Homeland and Freedom) is one of the most brutal terrorist organizations that Spain has ever had. Since the end of the Franco regime in the 1970s, the Basque region enjoys more autonomy than any other it has its own parliament, police force, controls education and collects its own taxes. But despite this, ETA and its hard-line supporters have remained determined to push for full independence no matter what it costs, including terrorist attacks.

In total, since their creation in the 1960s, they killed more than 850 people, kidnapped many more and blackmailed for money an unknown number of people as well. But in 2010, they launched a statement saying that they would stop all terrorist activity, and indeed no terrorist attacks took place afterwards. For many citizens, ETA terrorism ended there, but in fact it has not disappeared since then. The reasons for ETA’s ceasefire are various, the most important being the effectiveness of the Spanish police and authorities in bringing the activists to courts and behind bars. But perhaps the main reason for ETA to stop their physical violence is that the Spanish Supreme Court legalized the Basque party “Bildu”, after many previous bans of very similar – if not identical – parties which followed the same goal of independence and did not condemn the use of violence. Weiterlesen

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Demokratie für alle!

Demokratie ist einfach toll!
Also, so eine europäische Demokratie. Eine westliche Demokratie, so eine, wie die, in der wir in Deutschland leben, ist doch spitze. Das, was alle Staaten als Zielvorstellung einer Regierung haben sollten. Unsere Art von Demokratie, die sollte jeder haben!
Mit einer ähnlichen Vorstellung, vielleicht etwas weniger euphorisch, habe ich den Text von Tom Young angefangen zu lesen. Dieser „Review Article“ beschäftigt sich mit verschieden Werken zu Demokratie oder Demokratisierung in Afrika. Diese Auswahl an Büchern und Texten wird von Young in einem sehr dichten und komplex formulierten Text zusammengefasst, kritisiert und auf Unstimmigkeiten hingewiesen.Demokratie weltweit

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Venezuela macht Schlagzeilen. Maduro macht Schlagzeilen:

Maduro, der amtierende Präsident Venezuelas, lädt Snowden zum Asylbesuch ein.
Maduro verhängt Einreiseverbote für amerikanische Politiker.
Maduro versucht Anti-Regierungs-Demonstrationen zu verhindern.
Maduro lässt den oppositionellen Bürgermeister von Caracas festnehmen.
Maduro ist Chef des korruptesten Landes ganz Amerikas.
Maduro mobilisiert 10.000 Studenten gegen ihn zu demonstrieren.
Madruo verbietet Schlange stehen.
Maduro kauft 50.000.000 Rollen Klopapier im Ausland.

Photo: Jorge Silva | Reuters (http://www.cnbc.com/id/102678399)

Photo: Jorge Silva | Reuters (http://www.cnbc.com/id/102678399)

In Venezuela geht es wahrlich drunter und drüber. Einer der Hauptgründe ist wohl der stark gesunkene Rohölpreis. Während der niedrige Ölpreis den Öl importierenden Ländern und vor allem ihren Autofahrern eine Freude bereitet, hat das für die Exportländer einen ganz gegenteiligen Effekt. Die Staaten, die auf die Einnahmen aus dem Ölexport angewiesen sind, müssen mit krassen negativen Konsequenzen rechnen.

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Die Chefin

Liberia.
Eines von 54 Ländern auf dem afrikanischen Kontinent. Ein ganz normaler Staat Westafrikas. Zwischen Sierra Leone, Guinea, der Elfenbeinküste und dem Atlantik gelegen, bietet es die Heimat für rund 4 Millionen Liberier.
Auch bis jetzt scheint Liberia ein gaaaanz normaler Staat zu sein.
Ist es aber nicht. Liberia ist einzigartig.

Landschaftlich hat Liberia einiges zu bieten: neben dem Bergland, was einen großen Teil des Gebietes Liberias ausmacht, gibt es noch eine sumpfige Küstenebene, eine Plateaulandschaft sowie eine ausgeprägte tropische Regenwaldzone. Sehr abwechslungsreich, aber nichts Außergewöhnliches.
Die bekanntesten Großsäugetiere Liberias sind Leopard, Waldelefant und das Flusspferd. Im Osten des Landes leben die aller-letzten Populationen des nachtaktiven (!) Zwergflusspferdes.
Das ist sicherlich niedlich, aber nicht unbedingt spektakulär.

Was also kann es sein, dass Liberia so einzigartig macht? Weiterlesen

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Western Terrorism

On the 24th of March 2015 an Airbus A320-200 crashed in the French Alps. It is widely believed, that the crash was intentionally caused by the 27-year-old co-pilot, Andreas Lubitz (The Guardian). However, a suicide attempt that has led to the death of other 149 people, is not labeled as a terrorist attack. Whereas in the meantime, nearly 10 000 Palestinians have been killed since the 29th of September 2000, due to Israeli’s phobia of Islamism (If Americans Knew). In this article, I claim the concept of terrorism, as it is usually studied nowadays, is extremely exclusive and Eurocentric and needs to be reconsidered. Weiterlesen

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Gewaltvolle Konflikte und Bürgerkriege – irrational?

Im allgemeinen Verständnis haftet dem Krieg stets Irrationalität oder gar Unmenschliches an. Oftmals als ein soziales Phänomen, welches der Gesellschaft aufgebürdet wird, und weniger als Resultat politischer und/oder ökonomischer Prozesse verkannt. Der vermeintliche Gegenpol des liberalen Friedens entspringt hingegen ökonomischer Entwicklung und politischer Konsolidierung. Bereits der Philosoph Baruch de Spinoza lokalisierte die Ursache von Gewalt im Einlenken des rationalen Verstands in die irrationale Leidenschaft und damit die Unterwanderung des ureigenen Interesses an Kooperation (vgl. Keen 1997: 67). Ebenso betont der Soziologe Thomas J. Scheff die irrationale Komponente der Gewalt – insbesondere die sogenannter postmoderner Konflikte – auf Basis des liberalen Verständnisses der Kosten-Nutzen-Maximierung mittels Verhandlungen. So stehen beispielsweise die horrenden Kriegskosten als Fürsprache der Irrationalität der Gewalt.

Modern conflicts may seem particularly senseless with chains of command often unclear, factions often inflicted on civilians“ (vgl. Keen 1997: 67f.). Als problematisch erweist sich darüberhinaus die oftmals aus westlicher Perspektive getätigte Verknüpfung mit rassistischen Stereotypen zur weiteren Untermauerung der Absurdität des Krieges.

Most versions of the distinction between old and new civil wars stress or imply that new civil wars are characteristically criminal, depoliticized, private, and predatory; old civil wars are considered ideological, political, collective, and even noble. The dividing line between old and new civil wars coincides roughly with the end of the cold war“ (Kalyvas 2001: 100).

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